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Montag, 9. Januar 2012

Zurück in die Vergangenheit I


Als ich klein war, fande ich es spannend, die alten Sachen, die sich auf dem Dachboden meiner Eltern fanden, zu durchstöbern. Das Haus ist sehr alt und diente bereits mehreren Familien als Wohnsitz. Außerdem hatte die Familie meiner Oma mehrere Häuser im Ort und auch aus diesen hat sich viel alter Kram bei uns auf Dachböden und in der Scheune angesammelt. Wie alt sind diese Sachen? Wer waren die Menschen, denen sie einst gehörten? Wo hatten Sie sie her? Ich stell mir dann immer vor, wie sie sie damals benutzt haben, als sie noch ganz neu waren. Bei den Büchern ist es besonders cool. Da gibt es Hinweise wie Jahreszahlen, Widmungen, kleine Notizen, Postkarten und Briefe, die darin versteckt sind. Außerdem mag ich die reichen Verzierungen, die eingefärbten Seitenränder und den Geruch der alten Bücher. Am Wochenende war ich wieder auf Schatzsuche und habe fleißig dokumentiert. Die meisten der Bücher stammen aus der Belle Époque. Das Büchlein oben ist von 1899. Ich weiß nicht, wem es gehört hat. Aber wie alt wird wohl das vierblättrige Kleeblatt, dass zwischen den Seiten lag, sein? Und was hat sich derjenige, der es getrocknet hat, gewünscht?


"Zur Erinnerung an den 12. März 1892, gewidmet von Rudolf von Mannsbach. Jeder Tag hat seine Last, jede Woche ihre Plage, doch ein Blick zum Herrn hinauf gibt dir Trost für alle Tage. Karl Gerok." Wer war Rudolf? Wem wurde das Buch gewidmet? Was war am 12. März 1892? Höchst merkwürdig und spannend.


Morgen gibt's mehr!

6 Kommentare:

Kleine Wunder überall hat gesagt…

Oh, großartig! Ich wünschte, ich hätte das damals bei meiner Oma gemacht, als sie ins Altersheim kam. Soviele Dinge, die ich nicht gesehen habe und nicht retten konnte...

Hach.

Rehlein hat gesagt…

Sowas finde ich auch so spannend! Bei meiner ma gibt es nur Kinderklamotten meiner Mama und meines Onkels - also Frottee-Schlaghosen und kratzige, orange Shirts. :D Langweilig.

halbe Sachen hat gesagt…

Das sind echte Schätze, die glücklich machen. Und großartige Fragen, die du (dir) stellst. Gestern habe ich eine Handtasche benutzt, die seit dem Frühjahr (erst!) unbenutzt war. Was sich darin schon allein alles fand, an das ich mich nicht mehr erinnern konnte. Wie verhält es sich da erst mit einem fremdgefundenen Kleeblatt vor mehr als 100 Jahren? Liebe Grüße, Anja

Frollein Schoko hat gesagt…

Wow - das ist ja eine reine Schatzgrube!
Schade, meine Eltern & Großeltern sind erst kürzlich umgezogen, da wird wohl nicht mehr soooo viel altes dabei sein.
Aber zu den alten Bücher mit den Widmungen kann man sich immer tolle Geschichten ausdenken. Und das vierblättrige Kleeblatt ist natürlich superklasse! Vielleicht bringt es dir ja ebenfalls Glück? :)

Tandlerin hat gesagt…

Wunderschön!
Mein Boy hat auch ganz viele alte Bücher von seinem Uropa geerbt. Vielleicht sollte ich die mal in ähnlicher Weise dokumentieren (leider sind ein paar schon etwas mitgenommen).

Eine wirklich schöne Sache!

Corrisande hat gesagt…

So alte Bücher sind wnderbar... ich stell mir meist ganz ähnliche Fragen - wo das Buch schon war, in welchen Situationen es gelesen wurde...